Zusammen noch stärker

Der kurzfristig arrangierte Auftritt des «Echos vom Hasenberg» in der «Zukunft Mutschellen» zeigte, dass Heimatverbundenheit und eine visionäre Haltung durchaus harmonieren.

Der kurzfristig arrangierte Auftritt des «Echos vom Hasenberg» in der «Zukunft Mutschellen» zeigte, dass Heimatverbundenheit und eine visionäre Haltung durchaus harmonieren.

«Zukunft Mutschellen» biegt auf die Zielgerade ein

Die erste Zusammenkunft im 2016 bildete zugleich den Abschluss der sechsteiligen Workshop-Reihe zum Projekt «Zukunft Mutschellen». Der in Widen geführte Austausch diente dazu, das bisher Diskutierte Revue passieren zu lassen plus die wichtigsten Erkennt-
nisse prägnant zusammenzufassen. Obendrein bekamen die Arbeitsgrupp-
en mit dem Entwerfen eines Slogans für die Zukunft am Mutschellen eine lustvolle Zusatzaufgabe.

John Tarnutzer ist Mitglied der Arbeitsgruppe «Technische Betriebe» des Projekts «Zukunft Mutschellen». Ebenso ist der Beriker aktiv im Jodlerklub «Echo vom Hasenberg». Weil sich am 19. Januar die Beteiligten am Politprozess und die Sangesfreudigen praktisch zeitgleich in der Schulanlage Widen trafen, packte John Tarnutzer die Gelegenheit beim Schopf: Und der kurzfristig arrangierte Auftritt des «Echos vom Hasenberg» in der «Zukunft Mutschellen» zeigte, dass Heimatverbundenheit und eine visionäre Haltung harmonieren.

Wo die Zukunft beginnt

Nicht nur das musikalische Intermezzo, sondern auch die Rückmeldungen aus allen Projektgruppen bestätigten: «Die Stimmung unter den Projektbeteiligten ist gut» wie Yvonne Reichlin-Zobrist, Leiterin Gemeindeabteilung des kantonalen Departements Volkswirtschaft und Inneres, bemerkte. Sie war abermals zu Besuch in der «Zukunft Mutschellen» und attestierte auf Nachfrage allen Projektbeteiligten grosses Engagement und hohe Motivation. «Top of Aargau», «Wo Zukunft beginnt» oder «Mutschellen – zäme no stärcher» waren Slogans, die an diesem Abend von den Arbeitsgruppen kreiert wurden. «Mir gefällt vor allem der Letztgenannte» bekannte Yvonne Reichlin. «Er bestätigt, was aus Umfragen nach Gemeindefusionen resultiert: Dass man nach einem solchen Prozess gestärkt in die Zukunft geht und kein Zurück mehr will.»

Klarheit in den Details schaffen

Ein so deutliches Bekenntnis zu einer Gemeindefusion von Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen war aus den Arbeitsgruppen nicht zu vernehmen. Zwar überwiegen laut einer Mehrheit der Beteiligten die Chancen im Blick auf ein Zusammengehen. Doch insbesondere in Bezug auf die finanziellen Auswirkungen herrscht noch Unklarheit. Beat Zwahlen von der Arbeitsgruppe «Finanzen, Liegenschaften» forderte denn auch die Simulation eines Finanzplans Mutschellen inklusive Argumentarium für jede betroffene Gemeinde. Projektbegleiter Jean-Claude Kleiner bestätigte: «Es ist zwingend, das Sparpotenzial zu ergründen und zu zeigen.» Während sich die Arbeitsgruppe «Kultur, Freizeit, Vereine, Namen, Wappen» im Workshop dem Thema «Jugend am Mutschellen» annahm und einvernehmlich zum Schluss kam, dass die Zusammenarbeit unter den Mutschellengemeinden funktionierende Tatsache ist, flogen in der Arbeitsgruppe «Technische Betriebe» die Fetzen. «Dennoch wurde die hitzige Diskussion um die Stromversorgung fair geführt» relativierte Gruppensprecher Peter Jörg. Was bleibt, ist der Fakt, dass es bei einer Gemeindefusion schwierig wäre, die beiden Strom-Aktiengesellschaften von Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen mit dem Eigenwirtschaftsbetrieb von Berikon zu vereinen.

Sicherheit geht vor

Mit Andreas Fahrni von der Abteilung Feuerwehrwesen der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) nahm in der Arbeitsgruppe «Werkhof, Kehricht, Feuerwehr» ein Fachmann Einsitz. Entsprechend dem Grundsatz «Eine Gemeinde – eine Feuerwehr» gelang es dem Praktiker, anschaulich auf die finanziellen und sicherheitsrelevanten Aspekte eines allfälligen Zusammenschlusses der Feuerwehren am Mutschellen einzugehen. Es wurde klar, dass es nach einer Gemeindefusion mittelfristig mehrere Lösungsmöglichkeiten gäbe, diese langfristig ein Ziel verfolgen sollten: Gleiche Sicherheit bei weniger Kosten. Jean-Claude Kleiner warf ein, dass bei anderen Gemeindefusions-Projekten die Feuerwehren oft das Zünglein an der Waage spielten. Worauf Stephan Haag, Leiter der Arbeitsgruppe «Werkhof, Kehricht, Feuerwehr» den Korps von Mutschellen und Rudolfstetten-Friedlisberg spontan ein Kränzchen wand: «Bei uns sind die Feuerwehren die Flexibelsten.»

Demnächst Schritt über die Ziellinie

Der Terminplan sieht vor, dass bis zum nächsten Zusammentreffen Anfang März ein Berichtsentwurf zur «Zukunft Mutschellen» vorliegt. Dieser wird dann in den Arbeitsgruppen diskutiert und bereinigt. Der daraus resultierende Mitbericht wird anschliessend in den Räten der Projektgemeinden evaluiert. Im September schliesslich wird zu einer breit angelegten, öffentlichen Konsultation zu einer allfälligen Zusammenarbeit, Verwaltungsgemeinschaft oder Fusion von Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen eingeladen.  cf

Ergänzend: Artikel aus der Aargauer Zeitung vom 20. Januar 2016, der thematisiert, was sich bei Gemeindefusionen in Bezug auf amtliche Dokumente ändert.

Ergänzend: Artikel aus der Aargauer Zeitung vom 29. Januar 2016 zum aktuellen Stand der Gemeindefusionen im Aargau

Geschrieben am 20. Januar 2016. Eingetragen unter Allgemein.
 

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