Unter Visionären

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Yvonne Reichlin-Zobrist, Leiterin Gemeindeabteilung des kantonalen Departements Volkswirtschaft und Inneres, erläuterte in ihrem Kurzreferat die Auswirkungen einer Gemeindefusion auf die Ortsbürgergemeinden und stellte sich der anschliessenden Diskussion.

«Zukunft Mutschellen»: Wunsch und Wirklichkeit

Die letzte Zusammenkunft im 2015 zum Projekt «Zukunft Mutschellen» war durchaus vorweihnächtlich geprägt. Denn neben der vertiefenden Arbeit an ihren Schwerpunktthemen waren alle Arbeitsgruppen eingeladen, ihre Wünsche an eine allfällige «Gemeinde Mutschellen» zu formulieren und zu präsentieren. Die unterhaltsamste Zukunftsidee entwarf das Team «Werkhof, Kehricht, Feuerwehr».

 «Unsere Vision ist ein Feuerwehr-Tunnel mit Wellness-Bereich unter der Mutschellen-Kreuzung. Selbstverständlich mit drei Ausgängen, damit die Feuerwehr Mutschellen im Ernstfall gleich rasch in alle Richtungen ausrücken kann.» Mit diesem Vorschlag gelang Patrick Koller, dem Kommandanten der Feuerwehr Mutschellen und Sprecher der Arbeitsgruppe «Werkhof, Kehricht, Feuerwehr», der Lacher des Abends. Abgesehen von dieser queren Note erklang aus den einzelnen Arbeitsgruppen ein harmonisches Wunschkonzert zur «Zukunft Mutschellen» als moderne, lebendige, generationenfreundliche, steuergünstige und politisch gewichtige Grossgemeinde mit attraktivem Zentrum; einem ausgewogenen Mix aus Wohn- und Gewerbezonen; einer optimalen Verkehrsführung; guter Infrastruktur im Bereich Schule und Freizeit plus einer schlanken Verwaltung und nachhaltigen Ressourcen-Bewirtschaftung. Kurz und bündig: Einem Leuchtturm, der weit über die Region hinaus strahlt.

Die Rolle der Ortsbürgergemeinden

Im Workshop vom 11. November 2015 in Rudolfstetten-Friedlisberg waren wiederum verschiedene Fachpersonen zu Gast. Yvonne Reichlin-Zobrist, Leiterin Gemeindeabteilung des kantonalen Departements Volkswirtschaft und Inneres, erläuterte in ihrem Kurzreferat die Auswirkungen einer Gemeindefusion auf die Ortsbürgergemeinden. So besagt das Gemeindegesetz im Aargau, dass bei einem Zusammenschluss von Einwohnergemeinden der Grosse Rat in der Regel gleichzeitig die betreffenden Ortsbürgergemeinden zu einer neuen Ortsbürgergemeinde vereinigt. Eine Ortsbürgergemeinde kann sich vorgängig aber auch dazu entschliessen, sich aufzulösen und sich mit der Einwohnergemeinde zu vereinigen. Yvonne Reichlin: «Sind bei einer Gemeindefusion jedoch zwei oder mehrere Einwohnergemeinden beteiligt, werden die Ortsbürgergemeinden ohne eigenständigen Entscheid direkt vom Grossen Rat zusammengeführt. Die bisherigen Bürgerrechte entfallen, an ihre Stelle tritt das Recht der neuen Ortsbürgergemeinde.» Die aktuell 184 Ortsbürgergemeinden im Kanton verwalten des Ortsbürgergut, unterstützen die Einwohnergemeinden und fördern das Kulturleben. «Wichtigster Bereich ist die Verwaltung und Bewirtschaftung von Waldungen. Zurzeit befinden sich rund 66 Prozent der Aargauer Waldflächen im Eigentum von Ortsbürgergemeinden», so Yvonne Reichlin abschliessend.

Altern am Mutschellen

Weitere Gäste waren Christoph Schmid, Leiter des Forstsbetriebs Mutschellen, der offene Fragen der Arbeitsgruppe «Ortsbürger, Forst, Landwirtschaft und Naturschutz» praxisnah zu klären wusste sowie die Fachleute zum Thema Altern am Mutschellen, Susanne Plüss und Hans-Peter Eckstein, die Einsitz in die Arbeitsgruppe «Entwicklung, Bau- und Nutzungsordnung, Verkehr» nahmen. Während Hans-Peter Eckstein als Geschäftsführer des Gemeindeverbands Regionale Alterszentren näher aufs bestehende Angebot für betreuungs- und pflegebedürftige Menschen in der Region einging, zeigte Susanne Plüss von der Beriker Arbeitsgruppe für Altersfragen das reichhaltige Aktivitäten-, Beratungs– und Dienstleistungsspektrum für ältere Menschen am Mutschellen auf. Im Blick auf die demografische Entwicklung am Mutschellen, die in den nächsten zwanzig Jahren zu einer Verdreifachung der Menschen zwischen 70 und 90 Jahren führen wird, wurden Lücken im Austausch über die Gemeindegrenzen hinaus geortet. Weshalb die Arbeitsgruppe in ihrer abschliessenden Präsentation eine vertiefte Zusammenarbeit von Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen forderte, unabhängig von einer allfälligen Fusion der Gemeinden. «Erstrebenswert wäre eine Beratungs- und Koordinationsstelle Alter» auf dem Mutschellen, so Arbeitsgruppen-Sprecher Daniel Roos.

Für sie ist das Projekt Zukunft Mutschellen wahrlich kein Schoggi-Job, sondern zünftig viel Arbeit. Dennoch leisten sie hervorragende Unterstützung zum Projekverlauf und wurden dafür von Projekbegleiter Jean-Claude Kleiner mit einer süssen Überraschung beschert: Gemeindeschreiberin Michelle Meier (Berikon) und die Gemeindeschreiber von Rudolfstetten-Friedlisberg, Urs Schuhmacher, und Widen, Felix Irniger.

Für sie ist das Projekt Zukunft Mutschellen wahrlich kein Schoggi-Job, sondern Knochenarbeit. Dennoch leisten sie hervorragende Unterstützung zum Projekverlauf und erhielten dafür von Projekbegleiter Jean-Claude Kleiner eine süsse Überraschung: Gemeindeschreiberin Michelle Meier, Berikon, sowie die Gemeindeschreiber von Rudolfstetten-Friedlisberg, Urs Schuhmacher, und Widen, Felix Irniger.

Ausblick ins 2016

Das Projekt «Zukunft Mutschellen» biegt demnächst auf die Zielgerade ein. Im kommenden Jahr werden sich die Arbeitsgruppen zu zwei weiteren Workshops treffen. Danach werden die Erkenntnisse von Projektbegleiter Jean-Claude Kleiner in einem Gesamtbericht zusammengefasst und in den Räten der Projektgemeinden evaluiert. Im Frühherbst 2016 schliesslich wird es eine breit angelegte, öffentliche Konsultation zu einer allfälligen Zusammenarbeit, Verwaltungsgemeinschaft oder Fusion von Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen geben. cf

Geschrieben am 12. November 2015. Eingetragen unter Allgemein.
 

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Ein Kommentar

„MUTSCHELLEN MIT WEITBLICK“

1. Der wirklich schöne Blick von hier oben.
2. Das Projekt zur Gemeindefusion.